Banner
Betrieb

Das Unternehmen Louët BV wurde am 1. Oktober 1974 von den Industrialdesignern Jan Louët Feisser und Clemens Claessen gegründet. Im Frühjahr des vorhergehenden Jahres waren die Entwicklung und der beginnende Verkauf des modernen Spinnrades S10 dermaßen erfolgreich verlaufen, dass Jan seinen Job kündigte und seinem Freund und Studienkollegen Clemens eine Partnerschaft in der geplanten Firma anbot. Als erste Werkstatt fungierte ein umgebauter Schuppen auf dem Hof von Jans Eltern, die bei Hengelo in der Provinz Overijssel wohnten. Der große Erfolg lag nicht zuletzt daran, dass die Jungunternehmer zur richtigen Zeit am richtigen Ort das richtige Produkt auf den Markt brachten: Nirgendwo in der Welt verbreitete sich das Hobby des Spinnens so rasant wie in den Niederlanden. Allerdings hat das S10 mit seinem auffallenden Äußeren und seiner Gebrauchsfreundlichkeit auch dazu beigetragen, dass der Vorgang des Spinnens begreiflich und das Interesse für dieses Hobby geweckt wurde. Freunde und Verwandte mussten mit aushelfen, um die Flut der Bestellungen bewältigen zu können.

Der Schuppen wurde zu klein und auch die Doppelgarage, die zur Vergrößerung der Werkstatt gebaut worden war, bot nur eine Übergangslösung. So entstand die Idee - ermöglicht durch einen steigenden Umsatz - ein geräumiges Haus zu erwerben, in dem Wohnen und Arbeiten kombiniert werden konnten. Im Frühjahr 1976 fiel die Entscheidung auf ein Bauernhaus in Laren in der Provinz Gelderland. Nach einem Umbau konnte es von zwei Familien bewohnt werden und in der Scheune hatte der Betrieb gut doppelt so viel Platz wie bisher.

Die Produktpalette wurde um Neuentwicklungen erweitert und der Export stieg dank eines regen Interesses aus dem Ausland. Parallel dazu wuchs auch die Zahl der Mitarbeiter.

Jans früherer Arbeitgeber besichtigte den Betrieb, beurteilte die Leistungen und tat einen Blick in die Zukunft. Sein weiser Ratschlag lautete: 'Ihr seid Unternehmer, aber keine Manager. Macht das, was ihr gut könnt, und überlasst die Geschäftsführung einem fähigen Mann, der sich ums Kaufmännische kümmert - zumal, wenn die Firma noch größer wird.' Die Jungunternehmer beherzigten diesen Rat und warben Theo Vervoorn bei Clemens' früherem Arbeitgeber ab. Als Betriebsleiter und Mitglied der dreiköpfigen Geschäftsführung ist Theo bis heute zuständig für alle geschäftlichen Angelegenheiten.

Auch die Scheune wurde für den Betrieb zu klein und unter Clemens' Leitung wurde der Plan des Baus eines Betriebsgebäudes auf dem Gewerbegebiet 'Kwinkweerd' in Lochem, Gelderland, umgesetzt. Das Gebäude Kwinkweerd 139 wurde 1979 feierlich eingeweiht und ist - nach einem Ausbau - noch immer ein geeigneter Standort.

Inzwischen war ein Tischwebstuhl konzipiert worden, der W70, ein Vorläufer des heutigen Kombos. Webstühle waren eine logische Erweiterung der Produktpalette, da die Hobbys Weben und Spinnen vielfach von denselben Leuten ausgeübt wurden und die Louët-Kunden häufig beide Produkte verkauften. Im Laufe der Jahre hat das Entwurfsteam von Louët ein breites Sortiment von Webstühlen entwickelt, das - wie zunächst die Spinnräder - den Weltmarkt erobert.